Die Vögel Äthiopiens

Die Vögel Äthiopiens – waren wieder im Fokus  der letzten Reise von Torsten und Kathrin Pröhl. Das große Land am Horn von Afrika ist hinsichtlich seiner Vogelwelt längst kein Geheimtipp mehr unter Ornithologen und Vogelbeobachtern. Mehr als 800 Arten von Brutvögeln und Wintergästen aus der Paläarktis lassen wenig Wünsche offen.

Abessinien; Accipitriformes; Aethiopien; Black-chested Snake-Eagle; Blackbreasted Snake Eagle; Circaetus pectoralis; Ethiopia; Schwarzbrust-Schlangenadler; Schwarzbrustschlangenadler; Short-toed Snake Eagle; birds; greifvögel; pröhl; raptors; vögel; Äthiopien
Schwarzbrust-Schlangenadler

Einige Arten sind auch endemisch, also sie kommen nur in Äthiopien vor, beispielsweise die Blauflügelgans, der Strichelbrustkiebitz, der Klunkeribis, der Schoapagei u.a. Besonders artenreich ist auch die Gruppe der Greifvögel , mehr als 60 Brut- und Zugvogelarten können hier rund ums Jahr beobachtet werden. Unter anderem konnten wir die Balz der hübschen Halsbandzwergfalken erleben. Außerdem gelangen Beobachtungen des Lannerfalken sowie von jagenden Schwarzbrust- und Braunen Schlangenadlern. Ein Verwandter unseres Sperbers – der Schikra – ist in vielen Landschaften Äthiopiens ebenfalls heimisch und dementsprechend öfter zu sehen, ebenso der größere Mohrenhabicht. Der kleine Zwergsperber ist ebenfalls verbreitet, aber durch seine Kleinheit und versteckte Lebensweise nicht leicht zu entdecken.

 Maskenpirol, Halsband-Zwergfalke, Milchuhu
Maskenpirol – Halsband-Zwergfalke – Milchuhu

Savannenadler sind allgegenwärtig und außerdem anders als unsere mitteleuropäischen Adlerarten, wenig scheu und entsprechend oft zu sehen – sehr oft gemeinsam mit Weißrücken-, Sperber- und Ohrengeiern an toten Tieren am Straßenrand. Eulen kommen ebenfalls in verschiedenen Arten vor,  verbreitet aber meist nicht häufig. Das kann auch eine Folge des hohen Feinddruckes seitens der vielen Greifvogelarten sein. Am zahlreichsten scheint die Afrikanische Zwergohreule. Vor allem im Buschwald und in den Savannen hört man in der Dunkelheit ihren melancholischen Ruf. Tagsüber sind sie durch ihr rindenfarbiges Gefieder allerdings kaum zu entdecken. Unter den vier Uhuarten scheint der größte unter ihnen – der Milchuhu – der häufigste zu sein. Er lebt in einer Vielzahl von Landschaftstypen. Voraussetzung scheint das Vorhandensein  großer Bäume.

Brauner Schlangenadler; Brown Snake-Eagle; Circaetus cinereus; Einfarb-Schlangenadler; Ohrengeier; Torgos tracheliotus
Einfarb-Schlangenadler – Ohrengeier

Anders als in vielen afrikanischen Staaten, ist es aber nicht einfach, in Äthiopien große Säugetiere zu beobachten. Viele wurden durch die Jagd an den Rand des Aussterbens gebracht und sind dementsprechend scheu und schlecht zu beobachten. In vielen Gebieten wurden sie auch durch die Hirten mit ihren vielen Haustieren aus ihren Lebensräumen verdrängt. Im Süden – im Borana-Gebiet – lassen sich am ehesten noch die Südlichen Giraffengazellen und die grazile Grantgazelle beobachten. An den Seen des Rift-Valley sind außerdem die Flußpferde sehr zahlreich. Es gibt zwar auch noch Elefanten, Löwen und Leoparden, diese leben aber in abgelegenen schwer erreichbaren Gegenden, in denen es zudem auch leider immer wieder ethnische Unruhen und Bürgerkriege gibt.

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