Neuer Artenschutzturm in Ostthüringen

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Im idyllischen Schmöllner Ortsteil Nödenitzsch in Ostthüringen wurden in den letzten Tagen von den Schmöllner Naturfreunden die Arbeiten an einem Artenschutzturm beendet. In den letzten Monaten haben die Aktiven in 680 ehrenamtlichen Arbeitsstunden ein  ehemaliges Trafohaus des Energieversorgers in einen sogenannten Artenschutzturm umgebaut.

Die anhaltende Landflucht, vor allem der jungen Dorfbevölkerung, und die Aufgabe der traditionellen landwirtschaftlichen Nutzungsformen, bringen einen immer deutlicheren Artenschwund der ehemals häufigen Tierarten im ländlichen Raum mit sich.

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Alte Bauerngehöfte werden verlassen, dem Verfall preisgegeben und letztlich abgerissen. Immer mehr Brutplätze von Schleiereulen, Turmfalken und die Lebensstätten der Fledermäuse verschwinden für immer. Die neu entstehenden Wohnsiedlungen im dörflichen Raum sind meist eintönig.  Sie bieten keine Brut- und Unterschlupfmöglichkeiten und im Einheitsgrün der monotonen Vorgärten gibt es nichts Fressbares mehr.

Der Artenschutzturm in Nödenitzsch:

Artenschutzturm, gebäudebewohnende Arten

Mit der Schaffung von Artenschutztürmen/-häusern versuchen Naturschützer vielerorts die Wohnungsnot für Gebäudebewohner wenigstens ein wenig zu lindern. Natürlich kann ein einzelner Artenschutzturm nicht die Vielfalt eines ehemals intakten Dorflebens ersetzen. Diese Projekte sind aber gleichfalls auch Lehrobjekte für interessierte Bürger, die sich über die Möglichkeiten am eigenen Gebäude Quartiere zu schaffen, informieren wollen.

Haustiere, Gänse, Hühner, Pferde

In Nödenitzsch sind wir auf nahezu ideale Bedingungen gestoßen. Die Bevölkerung stand dem Projekt aufgeschlossen gegenüber und es gibt hier noch die anderswo verlorengegangenen Strukturen. So gibt es etwa mehrere Streuobstwiesen und viel Grünland, welches noch in vielfältiger Art und Weise genutzt wird. Im Dorf sind noch mehrere Rinder- und Pferdehalter aktiv. Es gibt verschiedene kleine Schafherden und in vielen Höfen krähen noch die Hähne und es werden Enten, Gänse und Kaninchen gezüchtet. Alles ideale Voraussetzungen für eine rasche Besiedlung der neuen Wohnstätte.

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Zweifarbfledermaus

Das Haus ist eine Mischung aus klassischem Artenschutzhaus und Schwalbenturm. Der Dachkasten wurde rundum doppelt ausgeführt und bietet Platz für 150 Mehlschwalbennester. Außen am Turm gibt es mehr als einhundert Brut- und Aufenthaltsplätze für Stare, Sperlinge, Dohlen und andere Höhlenbrüter, für Bachstelze, Hausrotschwanz, Turmfalke und verschiedene Fledermausarten. Das Spitzdach mit zwei Giebeln hat großflächig Fledermausspaltrenquartiere, zahlreiche Mauerseglernistplätze und das  Innere ist komplett für die Schleiereulen reserviert. Im Inneren des Turmes gibt es außerdem drei Etagen, die Brutplätze für Rauchschwalben und zahlreiche Fledermausquartiere beherbergen.

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